Trainingsphasen: Transition / Übergang / Off-Saison
Die Transition ist die 2–6 Wochen lange Übergangsphase zwischen zwei Rennvorbereitungen oder am Saisonende: wenig Umfang, Fokus auf Kraft und Mobilität.
Definition
«Transition», auch Übergang oder Off-Saison, bezeichnet die Trainingsphase zwischen zwei Rennvorbereitungen. Sie folgt auf die Erholung und geht in die Vorbereitung der nächsten Saison oder direkt in den nächsten Aufbau über.
Am Saisonende dauert sie typischerweise 4–6 Wochen, zwischen zwei A-Rennen innerhalb einer Saison 1–2 Wochen. Ziel ist es, Körper und Kopf die Pause zu geben, die ein intensives Jahr einfordert, ohne die Grundlagenform ganz zu verlieren.
Warum das zählt
Die Erholungsphase repariert, was ein einzelnes Rennen hinterlässt. Die Transition adressiert, was eine ganze Saison hinterlässt: mentale Müdigkeit, vernachlässigte Kraft und Beweglichkeit, kleine Beschwerden, die im Aufbau nie Zeit hatten zu heilen. Wer diese Phase überspringt, startet die neue Saison mit den Baustellen der alten.
Gleichzeitig ist eine komplette Pause von mehreren Wochen teuer. Die Grundlagenausdauer verliert nach zwei bis drei Wochen ohne Training messbar, und der Wiedereinstieg dauert dann länger als die Pause selbst. Eine lockere, aber regelmässige Struktur hält den Verlust klein.
Struktur und Signale
| Merkmal | Typischer Wert |
|---|---|
| Dauer Saisonende | 4–6 Wochen |
| Dauer zwischen zwei A-Rennen | 1–2 Wochen |
| Umfang | 40–60 % des Basisumfangs, gleichbleibend |
Intensität Z1/Z2/Z3 | 95/5/0 |
| Schwerpunkte | Kraft, Beweglichkeit, Koordination, Ernährung, andere Sportarten |
Signale, dass die Phase greift: Die Lust auf strukturiertes Training kommt zurück, kleine Beschwerden sind ausgeheilt, Kraftwerte steigen, und das Gewicht bleibt stabil. Die HRV liegt stabil im oberen Bereich der individuellen Bandbreite.
Signale, dass sie zu lange dauert: Der Puls bei gewohntem lockerem Tempo steigt über mehrere Wochen um 5+ Schläge, das Gewicht nimmt um mehr als 2–3 % zu, oder die Motivation kippt von «erholt» in «ziellos». Dann sollte die Vorbereitung mit neuer Diagnostik beginnen.
Wie obseed das misst
obseed beobachtet in der Transition weniger die Belastung als deren Abwesenheit: Der Umfangstrend soll flach bleiben, der Anteil von Z2 und Z3 nahe null. Einheiten, die trotzdem intensiv werden, weil das Gruppentraining hart war, markiert obseed anhand der gemessenen Schwellen aus der letzten Diagnostik.
Wichtiger ist der Vergleich der aeroben Effizienz: Puls bei gleicher Leistung in Z1, gemessen über die Wochen der Transition. Steigt dieser Wert deutlich, geht Grundlagenform verloren, und obseed weist darauf hin, dass die Pause lang genug war. Die Diagnostik zu Beginn der Vorbereitung zeigt dann, wie sich das Stoffwechselprofil tatsächlich verschoben hat.
Beispiel
Off-Saison einer Läuferin nach dem Herbstmarathon, fünf Wochen, Basisumfang 60 km:
| Woche | Umfang | Struktur |
|---|---|---|
| 1 | 20 km | 3 lockere Läufe, 2 Krafteinheiten, 1 Yoga |
| 2 | 25 km | 3 lockere Läufe, 1 Wanderung, 2 Krafteinheiten |
| 3 | 30 km | 3 Läufe, einer davon im Gelände, 2 Krafteinheiten, Schwimmen |
| 4 | 30 km | 4 Läufe, 2 Krafteinheiten, 1 Mobility |
| 5 | 35 km | 4 Läufe mit Steigerungen am Ende, 2 Krafteinheiten |
Verteilung durchgehend 95/5/0. Am Ende steht die Diagnostik, mit der die Vorbereitung der nächsten Saison beginnt.
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