Decoupling-Tests
Ein Decoupling-Test misst, wie stark sich das Verhältnis von Herzfrequenz zu Leistung oder Pace bei konstanter Belastung über die Zeit verschiebt.
Definition
«Decoupling-Tests» bezeichnen Belastungstests, bei denen über eine zuvor definierte Zeit eine klar definierte, konstante Leistung oder Pace gehalten und die Veränderung der Herzfrequenz beobachtet wird. Gemessen wird das Verhältnis von Leistung zu Herzfrequenz in der ersten gegenüber der zweiten Hälfte der Einheit. Steigt die Herzfrequenz bei gleicher Leistung, «entkoppeln» sich die beiden Grössen; die Differenz in Prozent ist das Testresultat, das aerobe Decoupling.
Warum das zählt
Ein stabiles Verhältnis von Leistung zu Herzfrequenz über ein bis drei Stunden zeigt, dass die aerobe Basis trägt. Der Körper stellt die Energie bei konstanter Intensität ohne zunehmende Kreislaufbeanspruchung bereit.
Eine deutliche Entkopplung deutet dagegen auf unzureichende Grundlagenausdauer, Dehydration, Hitze, leere Glykogenspeicher oder Erschöpfung hin. Die Methode eignet sich deshalb besonders zur Kontrolle von Zone-2-Training und langen Einheiten.
| Decoupling | Interpretation |
|---|---|
| < 5 % | aerobe Basis für diese Dauer belastbar |
| 5–10 % | Grundlage vorhanden, Dauer noch nicht gesichert |
| > 10 % | Grundlage unzureichend oder äussere Störfaktoren |
Diese Schwellen stammen aus der Trainingspraxis, nicht aus einer Diagnostik. obseed nutzt den Test als Verlaufskontrolle zwischen zwei Labortests, nicht als Ersatz dafür.
Wie obseed das misst
obseed berechnet das Decoupling aus jeder aufgezeichneten Session, die Leistung oder Pace und Herzfrequenz enthält. Die Einheit wird in zwei gleich lange Hälften geteilt; für jede Hälfte wird der Efficiency Factor aus normalisierter Leistung und Durchschnittsherzfrequenz gebildet.
Decoupling [%] = (EF_1. Hälfte − EF_2. Hälfte) / EF_1. Hälfte × 100Damit der Wert aussagekräftig ist, sollte die Belastung konstant und die Herzfrequenz per Brustgurt aufgezeichnet sein. Optische Handgelenksensoren liefern gerade bei langen Einheiten Ausreisser, die obseed zwar glättet, aber nicht vollständig korrigieren kann. Als Hinweis auf externe Störfaktoren notierst du Hitze, Höhe oder Ernährung manuell zur Session.
Beispiel
Ein Athlet fährt 2 Stunden konstant mit 200 W in seinem Grundlagenbereich.
1. Stunde: NP 200 W, HF 138 bpm → EF = 200 / 138 = 1.45
2. Stunde: NP 200 W, HF 147 bpm → EF = 200 / 147 = 1.36
Decoupling: (1.45 − 1.36) / 1.45 × 100 = 6.2 %Das Ergebnis liegt knapp über der 5-Prozent-Marke. Die Grundlage ist vorhanden, aber für zwei Stunden bei 200 W noch nicht gesichert. Wiederholt er den Test nach sechs Wochen Grundlagentraining und die zweite Stunde liegt bei 141 bpm, sinkt das Decoupling auf 2.1 %.
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