Aerobe Entkopplung
Aerobe Entkopplung ist der prozentuale Anstieg der Herzfrequenz bei konstanter Leistung oder Pace in einer aeroben Einheit; unter 5 % gilt als stabil.
Definition
«Aerobe Entkopplung» (Aerobic Decoupling, oft als Pw:Hr oder Pa:Hr abgekürzt) bezeichnet das Ausmass, in dem die Herzfrequenz bei konstanter Leistung oder Pace im Verlauf einer aeroben Einheit ansteigt. Gemessen wird sie als prozentuale Veränderung des Verhältnisses von Leistung zu Herzfrequenz zwischen der ersten und der zweiten Hälfte eines Zeitintervalls. Ein Wert unter 5 % gilt als stabil und deutet auf eine gute aerobe Effizienz hin.
EF = Leistung (oder Pace) / Herzfrequenz
Entkopplung = (EF_erste Hälfte − EF_zweite Hälfte) / EF_erste Hälfte × 100 %Warum das zählt
Steigt die Herzfrequenz bei gleichbleibender Leistung, wird die Arbeit nicht mehr primär aerob gedeckt oder es liegt eine beginnende Ermüdung vor. Die Entkopplung ist damit ein einfacher Indikator dafür, ob die gewählte Intensität für die Dauer der Einheit tatsächlich im aeroben Bereich lag.
| Entkopplung | Interpretation |
|---|---|
| unter 5 % | Aerob stabil, Intensität und Dauer passen zueinander |
| 5 bis 10 % | Grenzbereich: Intensität zu hoch, Dauer zu lang oder äussere Faktoren |
| über 10 % | Deutliche Entkopplung, Belastung nicht mehr aerob gedeckt |
Der Wert reagiert allerdings nicht nur auf Physiologie. Hitze, Dehydrierung, Koffein, Schlafmangel und Höhe treiben die Herzfrequenz ebenfalls nach oben. Ein einzelner hoher Wert ist deshalb kein Befund, sondern ein Hinweis, der im Kontext betrachtet werden muss.
Wie obseed das misst
obseed berechnet die Entkopplung aus der Aufzeichnung jeder Einheit, sofern Leistung oder Pace und Herzfrequenz vorhanden sind. Der Wert wird direkt in der Zusammenfassung der Aktivität angezeigt:

Nebst der Erfassung in einer normalen Einheit kann die Entkopplung auch als spezifischer Testfaktor eingesetzt werden, um eine Standortbestimmung vorzunehmen (siehe Entkopplungstests). Dazu wird eine längere Einheit bei konstanter Leistung unter möglichst gleichen Bedingungen wiederholt und der Verlauf des Werts über Wochen verglichen.
obseed betrachtet die Entkopplung als Verlaufsgrösse, nicht als Ersatz für eine Diagnostik. Wo die aerobe Schwelle tatsächlich liegt, zeigt erst die Spiroergometrie. Die Entkopplung zeigt lediglich, ob eine Einheit unterhalb oder oberhalb dieser Schwelle gefahren wurde.
Beispiel
Ein Athlet fährt zwei Stunden bei konstant 200 W.
| Abschnitt | Ø Leistung | Ø Herzfrequenz | EF (W/bpm) |
|---|---|---|---|
| Erste Stunde | 200 W | 140 bpm | 1,429 |
| Zweite Stunde | 200 W | 150 bpm | 1,333 |
Entkopplung = (1,429 − 1,333) / 1,429 × 100 % = 6,7 %Der Wert liegt über der 5-%-Marke. Entweder war 200 W für zwei Stunden noch leicht zu hoch für die aktuelle aerobe Basis, oder Hitze und Flüssigkeitsverlust haben die Herzfrequenz getrieben. Fällt der Wert nach acht Wochen Grundlagentraining unter gleichen Bedingungen auf 2,5 %, ist das ein belastbarer Hinweis auf eine verbesserte aerobe Effizienz.
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