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Intensity Factor

Intensity Factor (IF) ist das Verhältnis der normalisierten Leistung einer Einheit zur Schwellenleistung. Er zeigt, wie hart ein Training relativ war.

Definition

«Intensity Factor» (IF, deutsch Intensitätsfaktor) ist das Verhältnis der normalisierten Leistung (NP) einer Trainingseinheit zur hinterlegten Schwellenleistung einer Athletin oder eines Athleten. Der Wert ist dimensionslos und beschreibt, bei welchem Anteil der Schwelle ein Training oder ein Segment stattgefunden hat.

IF = NP / Schwellenleistung

Im Laufen wird statt der Leistung häufig die normalisierte Geschwindigkeit oder Pace verwendet. Der IF ist ausserdem eine der Eingangsgrössen für den Training Stress Score (TSS).

Warum das zählt

Die durchschnittliche Leistung unterschätzt die Belastung von Einheiten mit stark wechselnder Intensität. Die normalisierte Leistung korrigiert das, aber erst der Bezug zur eigenen Schwelle macht den Wert vergleichbar: 250 W sind für die eine Athletin Grundlage, für den anderen Athleten ein Schwellentraining.

Der IF ordnet jede Einheit auf einer Skala ein, die für alle Athletinnen und Athleten dieselbe Bedeutung hat. Er zeigt auf einen Blick, ob eine Einheit die geplante Intensität getroffen hat.

IFIntensitätTypische Einheit
< 0,75Regeneration, lockere GrundlageAusfahrt, Erholungslauf
0,75–0,85Grundlage, TempoLange Einheit, zügiger Dauerlauf
0,85–0,95SchwellennahSweetspot, Tempointervalle
0,95–1,05SchwelleZeitfahren 40–60 min, Schwellenintervalle
> 1,05Über SchwelleKurze Intervalle, Kriterium, Rennen unter 30 min

Ein IF über 1,05 über eine ganze Stunde ist physiologisch nicht plausibel. Tritt das auf, ist fast immer die hinterlegte Schwellenleistung zu tief.

Wie obseed das misst

obseed berechnet den IF pro Einheit und pro Segment aus der normalisierten Leistung und dem in den Leistungskenndaten hinterlegten Schwellenwert. Dafür muss ein vollständiger Satz an Leistungskenndaten für die jeweilige Sportart vorliegen.

Die Qualität des IF hängt vollständig von der Qualität der Schwelle ab. Eine aus einem 20-Minuten-Test geschätzte FTP verschiebt jeden IF um denselben Fehler. obseed empfiehlt deshalb einen objektiv gemessenen Schwellenwert aus einer Spiroergometrie oder Laktatdiagnostik als Referenz, nicht einen Feldtest-Schätzwert.

Beispiel

Ein Athlet mit einer diagnostisch gemessenen Schwellenleistung von 280 W fährt 90 Minuten mit einer normalisierten Leistung von 230 W.

IF = 230 / 280 = 0,82

Die Einheit lag im Grundlagen- bis Tempobereich. Daraus ergibt sich der Training Stress Score:

TSS = IF² × Dauer in Stunden × 100
    = 0,82² × 1,5 × 100
    = 0,672 × 1,5 × 100
    = 101 TSS

Wäre die Schwelle mit 260 W hinterlegt gewesen, weil ein 20-Minuten-Test sie zu tief geschätzt hat, ergäbe dieselbe Fahrt IF 0,88 und 117 TSS. Das Training hätte plötzlich als schwellennah gegolten, obwohl sich physiologisch nichts geändert hat.

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