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4DP-Test / Profil

Der 4DP-Test ist ein Leistungstest aus vier Intervallen (5 s, 1 min, 5 min, 20 min), der neben der FTP auch Sprint-, anaerobe und VO2max-Leistung misst.

Definition

«4DP-Test / Profil» bezeichnet ein zusammenhängendes Feldtest-Protokoll auf dem Rad, das die Leistung über vier Zeitintervalle unterschiedlicher Länge misst und daraus ein vierdimensionales Leistungsprofil ableitet. «4DP» steht für «Four Dimensional Power». Neben der FTP werden die neuromuskuläre Leistung (5 Sekunden), die anaerobe Kapazität (1 Minute) und das VO2max-Potential (5 Minuten) erfasst.

DimensionDauerAbkürzungWas sie abbildet
Neuromuskuläre Leistung5 sNMSprint, maximale Kraftentfaltung
Anaerobe Kapazität1 minACKurze, harte Antritte und Attacken
Maximale aerobe Leistung5 minMAPVO2max-Potential, Anstiege
Funktionelle Schwellenleistung20 minFTPAusdauer an der Schwelle

Warum das zählt

Ein reiner FTP-Test beschreibt eine Athletin oder einen Athleten mit einer einzigen Zahl. Zwei Personen mit identischer FTP können sich in Sprint und Fünf-Minuten-Leistung jedoch massiv unterscheiden. Das 4DP-Profil macht diese Unterschiede sichtbar und erlaubt eine erste Typisierung: sprintstark, anaerob stark, aerob stark oder ausgeglichen.

In Abwesenheit einer Leistungsdiagnostik liefert der 4DP-Test deshalb ein etwas aussagekräftigeres Bild des Status quo als ein 20-Minuten-Test allein. Er bleibt aber ein Feldtest: Er misst Leistung, nicht Stoffwechsel. Wo genau die aerobe oder anaerobe Schwelle liegt, lässt sich damit nicht objektiv bestimmen, sondern nur schätzen.

Wie obseed das misst

obseed führt den Test nicht selbst durch. Der Test wird mit einem Leistungsmesser auf dem Rad oder dem Smarttrainer gefahren und als normale Einheit aufgezeichnet, idealerweise mit einer Runde pro Intervall (siehe Aufzeichnen von Einheiten: Rad fahren). Aus der importierten Aufzeichnung sind die vier Intervallwerte anschliessend als Durchschnittsleistung der jeweiligen Runde ersichtlich.

Die daraus abgeleitete FTP wird in obseed als Leistungskennwert hinterlegt und für die Zonen und Belastungskennzahlen verwendet. obseed behandelt alle vier Werte konsequent als Feldtest-Schätzung. Liegen Daten aus einer metabolischen Diagnostik vor, haben diese Vorrang, weil sie tatsächliche physiologische Schwellen statt rechnerischer Näherungen liefern.

Beispiel

Ein Athlet mit 72 kg fährt das Protokoll und erzielt folgende Durchschnittsleistungen:

IntervallLeistungRelativ
5 s1 080 W15,0 W/kg
1 min470 W6,5 W/kg
5 min335 W4,7 W/kg
20 min280 W3,9 W/kg

Die FTP wird nach der üblichen Feldtest-Konvention als 95 % der 20-Minuten-Leistung geschätzt:

FTP ≈ 280 W × 0,95 = 266 W

Das Verhältnis von MAP zu FTP beträgt 335 / 266 = 1,26. Werte um 1,2 bis 1,3 gelten als ausgeglichen. Läge die Fünf-Minuten-Leistung bei 300 W (Verhältnis 1,13), wäre die aerobe Kapazität nahe an der Schwelle ausgeschöpft, und der Trainingsfokus läge eher auf VO2max-Arbeit als auf weiterer Schwellenarbeit.

Ob diese Interpretation stimmt, zeigt erst die Spiroergometrie: Sie misst, wo die ventilatorischen Schwellen tatsächlich liegen, statt sie aus Wattzahlen zu schätzen.

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