Struktur
Struktur im Training ist der gegliederte Aufbau von Belastung und Erholung auf allen Ebenen, von der Saisonplanung bis zu den Abschnitten einer Session.
Definition
«Struktur» bezeichnet im Training den gezielten, gegliederten Aufbau von Belastung und Erholung. Sie existiert auf mehreren Ebenen zugleich: in der Periodisierung über Monate, im Mesozyklus über Wochen, im Mikrozyklus über Tage und innerhalb einer einzelnen Session über Minuten.
Strukturiertes Training bedeutet nicht, dass jede Einheit aus Intervallen besteht. Zweimal pro Woche 60 Minuten gleichmässig in einem definierten Bereich zu laufen ist ebenso Struktur, wenn es bewusst geplant und wiederholt wird.
| Ebene | Zeithorizont | Struktur legt fest |
|---|---|---|
| Periodisierung | Monate | Reihenfolge und Ziel der Phasen |
| Mesozyklus | 3–6 Wochen | Schwerpunkt, Belastungs- und Entlastungswochen |
| Mikrozyklus | 1 Woche | Verteilung von harten und lockeren Tagen |
| Session | Minuten | Aufwärmen, Hauptteil, Intervalle, Cool-down |
Warum das zählt
Anpassung braucht Wiederholung. Ein Reiz, der drei Wochen lang zur selben Zeit in derselben Form gesetzt wird, erzeugt eine messbare Veränderung; ein einmaliger Reiz verpufft. Struktur ist das Werkzeug, das Wiederholung möglich macht.
Beim Erstellen einer Struktur sollten mindestens vier Fragen beantwortet sein:
- In welcher Trainingsphase befinde ich mich?
- Habe ich in dieser Woche realistisch Zeit für diese Einheit?
- Kann ich die Einheit zwei bis drei Wochen lang zur selben Zeit wiederholen?
- Ist der Fokus der Einheit klar definiert?
Bleibt eine Frage offen, ist die Struktur zu ehrgeizig oder zu unscharf.
Wie obseed das misst
obseed vergleicht auf jeder Ebene die geplante mit der absolvierten Struktur. Innerhalb einer Session werden Aufwärmen, Hauptteil und Cool-down als Segmente erkannt und die Intensität pro Segment gegen die Zonen aus der Spiroergometrie geprüft.
Auf Wochen- und Blockebene wertet obseed die Intensitätsverteilung aus: Wie viel Zeit lag unterhalb der VT1, zwischen VT1 und VT2, oberhalb der VT2. Weicht die Verteilung vom Schwerpunkt des Mesozyklus ab, zeigt obseed das an. Die Zonengrenzen stammen aus der Diagnostik, weil geschätzte FTP-Werte die Zuordnung zu den drei Bereichen unzuverlässig machen.
Beispiel
Eine Läuferin befindet sich in einem Grundlagen-Mesozyklus mit dem Ziel «80 % der Zeit unter VT1». Ihre VT1 liegt bei 152 bpm, die VT2 bei 172 bpm.
| Session | Struktur | Dauer | Unter VT1 | VT1–VT2 | Über VT2 |
|---|---|---|---|---|---|
| Dienstag | 15 min Aufwärmen, 6 × 3 min bei VT2, 15 min Cool-down | 60 min | 38 min | 4 min | 18 min |
| Donnerstag | 60 min gleichmässig bei 140–148 bpm | 60 min | 60 min | 0 min | 0 min |
| Sonntag | 100 min gleichmässig bei 135–150 bpm | 100 min | 96 min | 4 min | 0 min |
Wochensumme: 220 Minuten, davon 194 Minuten unter VT1, das sind 88 %. Die Struktur wurde eingehalten. Hätte sie am Donnerstag mit 158 bpm gelaufen, wären 60 Minuten in den mittleren Bereich gerutscht und die Verteilung auf 61 % gefallen, womit der Grundlagenblock sein Ziel verfehlt hätte.
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