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Normalized Power

Normalized Power (NP) ist die konstante Leistung, die dieselbe physiologische Belastung erzeugt hätte wie die reale, schwankende Leistung einer Fahrt.

Definition

«Normalized Power» (NP) bezeichnet jene konstante Leistung in Watt, die dieselbe physiologische Belastung verursacht hätte wie die tatsächlich gefahrene, schwankende Leistung. Der Begriff wurde von Andrew Coggan geprägt und durch TrainingPeaks verbreitet.

Im Gegensatz zur Durchschnittsleistung gewichtet die NP hohe Leistungsspitzen überproportional, weil die Ermüdung des Körpers nicht linear mit der Leistung steigt. Beim Laufen übernimmt die Normalized Graded Pace dieselbe Rolle auf Basis der Pace.

Warum das zählt

Zwei einstündige Radeinheiten mit je 200 W Durchschnitt können sich in ihrer Belastung stark unterscheiden. Auf dem Indoor-Trainer bleibt die Leistung nahezu konstant; im hügeligen Gelände wechseln sich Spitzen von 300–400 W mit Rollphasen ohne Tritt ab.

Die Durchschnittsleistung behauptet, beide Einheiten seien gleich hart. Subjektiv und metabolisch ist die zweite deutlich anstrengender, weil jede Spitze anaerobe Energie verbraucht, die in den Rollphasen nur teilweise nachgeliefert wird. Die NP macht diesen Unterschied sichtbar und ist deshalb die Grundlage für Intensity Factor und Training Stress Score.

Wie obseed das misst

obseed berechnet die NP nach dem Verfahren von Coggan aus den Sekundendaten des Leistungsmessers:

1. Gleitender 30-Sekunden-Mittelwert der Leistung
2. Jeden Mittelwert in die vierte Potenz erheben
3. Durchschnitt dieser Werte bilden
4. Vierte Wurzel ziehen

Als Formel: NP = (mean(P30s^4))^(1/4). Die vierte Potenz sorgt dafür, dass kurze, hohe Spitzen stark ins Gewicht fallen. Das Verhältnis VI = NP / Durchschnittsleistung (Variability Index) zeigt zusätzlich, wie unruhig gefahren wurde; Werte über 1,10 deuten auf eine sehr unregelmässige Einheit hin.

Für die Einordnung der NP in Zonen verwendet obseed die Schwellen aus der Spiroergometrie. Eine NP von 250 W ist erst dann aussagekräftig, wenn bekannt ist, ob die zweite ventilatorische Schwelle bei 240 oder bei 270 W liegt, und diese Frage beantwortet ein FTP-Feldtest nur mit erheblicher Unsicherheit.

Beispiel

Vereinfachtes Rechenbeispiel mit vier 30-Sekunden-Abschnitten statt einer ganzen Stunde:

AbschnittLeistung (W)Leistung^4
1150506’250’000
235015’006’250’000
3100100’000’000
42001’600’000’000

Durchschnittsleistung: (150 + 350 + 100 + 200) / 4 = 200 W.

Durchschnitt der vierten Potenzen: 17'212'500'000 / 4 = 4'303'125'000. Vierte Wurzel daraus: NP ≈ 256 W.

Die NP liegt 56 W über dem Durchschnitt, der Variability Index beträgt 256 / 200 = 1,28. Auf dem Trainer mit konstant 200 W wäre die NP exakt 200 W und der VI 1,00. Bei einer VT2 von 260 W war die hügelige Fahrt damit eine Schwelleneinheit, die konstante Fahrt eine Grundlageneinheit.

Quellen

  • Allen, H. & Coggan, A.: «Training and Racing with a Power Meter».

Kategorien

  • Datenanalyse
  • Trainingssteuerung