Mesozyklen
Ein Mesozyklus ist ein Trainingsblock von drei bis sechs Wochen innerhalb eines Makrozyklus mit einem klar definierten Trainingsschwerpunkt.
Definition
«Mesozyklus» bezeichnet die mittlere Planungsebene der Periodisierung. Er unterteilt den Makrozyklus in Blöcke von meist drei bis sechs Wochen, die jeweils einen klaren Schwerpunkt haben, etwa Grundlagenausdauer, Schwellenarbeit oder Wettkampfspezifik.
Ein Mesozyklus besteht seinerseits aus mehreren Mikrozyklen. Typisch ist die Abfolge von zwei bis drei Belastungswochen und einer Entlastungswoche, in der der Körper die gesetzten Reize verarbeitet.
| Aufbau | Belastungswochen | Entlastungswochen | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 3:1 | 3 | 1 | Standard, gut erholende Athletinnen und Athleten |
| 2:1 | 2 | 1 | Masters, hohe Alltagsbelastung, Wiedereinstieg |
| 4:1 | 4 | 1 | Erfahrene mit hoher Belastungstoleranz |
Warum das zählt
Der Mesozyklus ist die Ebene, auf der Anpassung tatsächlich entsteht. Ein einzelner Reiz verändert wenig, aber drei Wochen konsistenter Arbeit an einem Schwerpunkt verschieben Schwellen und Stoffwechsel messbar.
Wer den Fokus wöchentlich wechselt, verzettelt sich. Wer ihn über Monate beibehält, stagniert. Der Mesozyklus ist der Kompromiss: lang genug für Anpassung, kurz genug für Abwechslung und Kontrolle.
Wie obseed das misst
obseed vergleicht am Ende jedes Mesozyklus die geplante mit der absolvierten Belastung und prüft, ob die Intensitätsverteilung dem gesetzten Schwerpunkt entsprach. Ein Grundlagenblock, in dem 30 % der Zeit oberhalb der ersten ventilatorischen Schwelle lagen, hat sein Ziel verfehlt, auch wenn die Stunden stimmen.
Die Entlastungswoche wird an der Training Stress Balance (TSB) überprüft. Steigt sie nicht in den positiven Bereich, war die Entlastung zu schwach. Die Schwellen, die die Zonen definieren, stammen aus der Spiroergometrie; ein FTP-Schätzwert aus einem 20-Minuten-Test würde die Zonengrenzen um mehrere Prozent verschieben und die Auswertung verfälschen.
Beispiel
Ein Radfahrer absolviert einen Schwellen-Mesozyklus im 3:1-Aufbau. Seine zweite ventilatorische Schwelle liegt bei 265 W.
| Woche | Umfang | Zeit bei 240–265 W | TSS pro Woche | TSB am Wochenende |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 10 h | 60 min | 520 | −12 |
| 2 | 11 h | 75 min | 580 | −22 |
| 3 | 11,5 h | 90 min | 610 | −31 |
| 4 (Entlastung) | 6 h | 20 min | 280 | +8 |
Die Zeit an der Schwelle steigt pro Woche um 15 Minuten, die Belastung ebenfalls. In Woche 4 fällt der Umfang um rund 45 %, die TSB dreht ins Plus. Am Ende des Blocks folgt ein Kontrolltest; erst dann werden die Zonen für den nächsten Mesozyklus angepasst.
Quellen
- Bompa, T. O. & Haff, G. G.: «Periodization: Theory and Methodology of Training».
Kategorien
- Trainingsplanung
- Trainingsphasen