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Herzfrequenzreserve

Herzfrequenzreserve ist die Differenz zwischen maximaler Herzfrequenz und Ruheherzfrequenz. Sie bildet die Basis der Karvonen-Formel für Trainingszonen.

Definition

«Herzfrequenzreserve» (HRR, engl. Heart Rate Reserve) ist die Differenz zwischen maximaler Herzfrequenz und Ruheherzfrequenz. Sie beschreibt die Spanne, die dem Herz-Kreislauf-System zwischen völliger Ruhe und maximaler Belastung zur Verfügung steht.

HRR = HFmax − HFruhe

Trainingsintensitäten lassen sich als Prozent der Herzfrequenzreserve angeben (%HRR). Die Umrechnung in eine Zielherzfrequenz erfolgt nach der Karvonen-Formel:

Ziel-HF = HFruhe + (%HRR × HRR)

Warum das zählt

Reine Prozentangaben der maximalen Herzfrequenz ignorieren die Ruheherzfrequenz. Zwei Athleten mit derselben HFmax von 190 bpm, aber Ruhewerten von 42 und 65 bpm, haben ein völlig unterschiedliches Belastungsspektrum. Bei «70 % HFmax» landen beide bei 133 bpm, obwohl das für den einen locker und für den anderen bereits mittlere Intensität ist.

Die Herzfrequenzreserve berücksichtigt diese individuelle Spanne. Prozentwerte der HRR korrelieren zudem enger mit Prozentwerten der VO2-Reserve als Prozentwerte der HFmax, was sie zur besseren Grundlage für Intensitätsvorgaben macht.

Intensität%HRRTypische Einordnung
Regeneration40–50 %Sehr locker, Gespräch problemlos
Grundlage50–65 %Aerober Bereich, lange Einheiten
Tempo65–80 %Zügig, Atmung deutlich erhöht
Schwelle80–90 %Nahe der anaeroben Schwelle
VO2max90–100 %Kurze Intervalle, nahe Maximum

Die Tabelle ist eine Orientierung. Wo die individuellen Schwellen tatsächlich liegen, zeigt nur eine Leistungsdiagnostik.

Wie obseed das misst

obseed berechnet die Herzfrequenzreserve aus den hinterlegten Werten für HFmax und HFruhe in den Leistungskenndaten. Die Ruheherzfrequenz sollte im Liegen nach dem Aufwachen gemessen werden, die Maximalherzfrequenz idealerweise aus einer Diagnostik oder einem Ausbelastungstest stammen und nicht aus der Formel «220 minus Alter».

In der Trainingsanalyse kann die Intensität einer Einheit sowohl in Schlägen pro Minute als auch in Prozent der HRR ausgewiesen werden. Das erlaubt eine Bewertung nach dem tatsächlich vorhandenen kardiovaskulären Potenzial statt nach absoluten Zahlen.

Beispiel

Ein Athlet hat eine HFmax von 188 bpm und eine HFruhe von 48 bpm.

HRR = 188 − 48 = 140 bpm

Für eine Grundlageneinheit bei 60 % HRR ergibt sich:

Ziel-HF = 48 + (0,60 × 140) = 48 + 84 = 132 bpm

Nach der einfachen HFmax-Methode läge 60 % bei 113 bpm, ein Unterschied von 19 Schlägen. Läuft der Athlet seine Einheit bei durchschnittlich 139 bpm, entspricht das:

%HRR = (139 − 48) / 140 = 65 %

Die Einheit lag damit an der oberen Grenze des Grundlagenbereichs.

Quellen

  • Karvonen, M. J., Kentala, E., Mustala, O. (1957). The effects of training on heart rate: a longitudinal study. Annales Medicinae Experimentalis et Biologiae Fenniae.
  • Swain, D. P., Leutholtz, B. C. (1997). Heart rate reserve is equivalent to %VO2 reserve, not to %VO2max. Medicine and Science in Sports and Exercise.

Kategorien

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  • Trainingssteuerung